Die Welt hat eine Ikone der Erhaltung und der Jagd verloren

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Mit tiefer Trauer informieren wir Sie über den Abschied eines Freundes der Familie, eines langjährigen CIC-Mitglieds, einer sehr verehrten Persönlichkeit im Umweltschutzgesetz weltweit, Dr. Wolfgang E. Burhenne.

Dr. Burhenne war stets vom Artenschutz durch nachhaltige Nutzung überzeugt und spielte als Rechtsberater eine entscheidende Rolle bei der Etablierung der Statuten des CIC. Seine anhaltende Unterstützung und Leitung hat zu den Erfolgen der Organisation beigetragen. Er war nicht nur Teil des Exekutivkomitees des CIC, sondern ein wichtiges Mitglied in der Geschichte der Organisation. Er wird immer unser Ehren-Rechtsberater bleiben.

Er erhielt seinen Jugendjagdschein als er 16 Jahre alt war und seitdem war die Jagd sein Leben; die Begeisterung für den freien Himmel und die Natur bestimmten sein ganzes Leben und seine Karriere. Während eines von Vivienne Klimke durchgeführten Interviews fasste Dr. Burhenne zusammen, was Jagen für ihn bedeutet: “Das Jagen ist meine Art, draußen aktiv zu sein. Ich will kreativ sein. Es macht mir Spaß, herausgefordert zu werden und ich bin gerne ein Manager.“

Nach dem zweiten Weltkrieg hatte Wolfgang Burhenne Teil an der Neugründung des “Süddeutschen Jäger- und Jagdhundverbandes”, indem er die offiziellen Dokumente aufsetzte und sicherstellte, dass der Verband offiziell registriert war.

Wolfgang Burhenne arbeitete anfangs mit dem Leiter der staatlichen Jagdabteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zusammen und er gehörte zu den ersten, die nach dem Krieg Jagdgenehmigungen erhielten. Dann trat er der Prüfungsaufsicht für professionelle Jäger bei.

Aufgrund der politischen, internationalen und regionalen Situation stand bereits bald die Schaffung eines bayerischen Jagdrechts auf der Tagesordnung. Dank der Arbeit von Baron Wolfgang von Beck (Leiter der staatlichen Jagdabteilung) und Wolfgang Burhenne wurde das erste bayerische Jagdrecht am 15. Dezember 1949 verabschiedet.

Dr. Wolfgang Burhenne war an der Formulierung und Verhandlung zahlreicher Umweltschutzvereinbarungen beteiligt: dem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES), das das internationale rechtliche Rahmenwerk zur Verhinderung des Handels mit gefährdeten Arten und zur Regulierung des Handels mit anderen Arten etabliert; 1961 war er einer der Unterzeichner des Morges Manifesto, des Gründungsdokuments des World Wide Fund for Nature (WWF), und er war einer der Gründungsväter der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN). Er diente auch als Exekutiv-Gouverneur des Internationalen Rats zum Umweltschutzrecht in Neu-Delhi und wurde seit dessen Gründung alle zwei Jahre als einer der Exekutiv-Gouverneure wiedergewählt.

Dr. Burhenne hat auch sehr bedeutende Beiträge zu internationalen Umweltschutzverträgen geliefert. 1982 entstand die Weltcharta für die Natur und wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet, einige Jahre später war es die Vereinbarung der Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN) zur Erhaltung der Natur und der natürlichen Ressourcen und vor allem durch seine Tätigkeit als Vorstand und stellvertretender Vorstand der Kommission Umweltschutzgesetz der IUCN (1960–1990), als Rechtsberater der Union (1990–1994) und als jahrelanges Mitglied des Rats der IUCN und als ständige Quelle der Unterstützung des Sekretariats bei allen Generalversammlungen und Kongressen seit 1950.

1949 war er Mitbegründer der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild und seitdem diente er als Vorstandsmitglied. 1950 gründeten er und andere Umweltschützer die Internationale Alpenschutzkommission (CIPRA). Im gleichen Jahr war er an Vorbereitungsarbeiten für die Gründung der Interparlamentarischen Arbeitsgemeinschaft beteiligt.

Zu seinen vielen Ehren gehörten der Empfang des Elizabeth Haub-Preises für Umweltschutzrecht, des Preises des Instituts für Umweltschutzrechts, der Harold Jefferson Coolidge-Medaille der IUCN und des Sakakawa-Preises der UNEP.

Biographie

Burhenne wurde in Ditges, Deutschland, geboren. Nach der Schule wurde er als Soldat rekrutiert und nach dem zweiten Weltkrieg wurde er in Dachau festgenommen und in eines der Konzentrationslager gebracht, wo er 37 Monate als Gefangener blieb. Am 27. April 1945 floh er zum Haus seiner Eltern in Oberbayern. Danach wurde er von den US-Truppen in Bad Reichenhall entlassen und diente im Hilfsdienst der Forstbehörde in Bischofswiesen.

1945 begann er, Forstwissenschaft in München zu studieren und arbeitete bis 1948 als freiberuflicher Berater. Bis zu seiner Kündigung 1949 war er Dozent im bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forst. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Bayerischen Landschaftsverlags und beriet Mitglieder und Komitees des Bayerischen Landtags. Zusätzlich zu seinen beruflichen Tätigkeiten studierte er von 1950 bis 1953 an der Münchner Hochschule Politik.

Er war ein erstaunlicher Pionier des Umweltschutzrechtes, der Naturerhaltung und ein Förderer der nachhaltigen Nutzung für den Artenschutz -wir werden ihn vermissen, aber er wird in unserem Andenken weiterleben.

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