Entfremdung der Menschen von der Natur

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Natur und Umwelt sind komplexe Begriffe und die fehlende menschliche Interaktion mit der Natur führt zu Unwissenheit darüber, was Natur wirklich ist. Eine Wiederherstellung der Verbindung des Menschen zur Natur ist eine ethische Lösung, um das Bewusstsein und Verständnis dafür zu erhöhen, welche Auswirkungen Menschen auf die Umwelt gehabt haben und wie man Position beziehen sowie angemessene Maßnahmen ergreifen kann, um diese Probleme zu lindern. Inzwischen ist es Tradition, dass der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) jedes Jahr eine Pressekonferenz zum Jahresmotto abhält. Das Motto dieses Jahr bei der 64. Generalversammlung war „Im Einklang mit Unserem Wild – Urbane und ländliche Wahrnehmung“. Hierzu wurden einige wichtige Themen eingehend besprochen, darunter die frühe Naturschutzerziehung.

Kinder heute sind nicht in der Lage, wirklich ausreichend über ihre Umgebung informiert zu sein. Es ist das unabdingbare Recht eines jeden Kindes, die Chance zu haben, mit einer realen Welt zu interagieren, die eine gesunde und nachhaltige Umgebung bietet, aber sie sind vom Leben in einer virtuellen Welt, die keine Verbindung zur Natur hat, besessen. Das Grundproblem hängt mit dem persönlichen Lebensstil und der körperlichen Nähe zur Natur zusammen. Es gibt natürlich dieses Recht des Menschen, mit der Natur interagieren zu können, aber offensichtlich gibt es eine Verantwortung, unabhängig von Rasse, Religion oder Staatsangehörigkeit eine Rolle bei der Erhaltung der natürlichen Umwelt zu spielen.

Shane Mahoney, Präsident und CEO von Conservation Visions, betonte, dass es nur eine Möglichkeit gibt, diese komplizierte Angelegenheit der Öffentlichkeit näher zu bringen: durch Erziehung. „Wir streben für alle Menschen die direkte Interaktion mit der realen Umwelt an, aber es gibt 7,2 Milliarden Menschen und bald 8, 9, sogar 10, so dass der Gedanke, dass wir das Wissen mobilisieren, das nötig ist, damit Menschen schon im sehr jungen Alter die Natur verstehen, eine unglaubliche Herausforderung ist und dass wir nicht in höheren Altersgruppen beginnen können.“

Tamás Marghescu, Generaldirektor des CIC, fügte hinzu, dass die Probleme, die sich uns heute stellen, am besten durch Erziehung und klare Kommunikation angegangen werden können. „Richard Louv aus den Vereinigten Staaten spricht sogar von der „Naturdefizienzstörung“, was zeigt, dass die Entfremdung von der Natur zu einer Gesellschaftskrankheit geworden ist, welche die Lebensweisen und Lebensphilosophien insgesamt beeinträchtigt.“

 Bezüglich der Erziehung betreiben Jäger in vielen Ländern als Freiwillige Schulungsprogramme für die Jugend. Die Lösung wäre jedoch, die Arterhaltung durch nachhaltige Nutzung offiziell in den Lehrplan der institutionellen Bildung zu integrieren. Dies würde es nötig machen, dass auch Lehrer in diesem Bereich ausgebildet werden. Der CIC hat eine Empfehlung über die Bedeutung der frühen Bildung über Naturschutz und die natürliche Umwelt vorgeschlagen, der die Länder dazu anhält, diese Arten von Programmen sofort zu integrieren.

Alexander Schwab, Autor von „Hook, Line and Thinker“, fügte hinzu: “…Erziehung ist trotz ihrer Komplexität wichtig, aber es ist nicht die Entfremdung von der Natur, über die wir sprechen. Wir können von der Natur nicht entfremdet sein, da wir ein integraler Teil davon sind. Aber wir können von den Prozessen der Natur entfremdet sein.“

Wilfried Pabst fügte hinzu, dass niemand in den Schulen in Kapstadt, Südafrika, je einen Löwen oder einen Elefanten gesehen hat; stattdessen hört man auf die Nichtregierungsorganisationen, die falsche Informationen über diese Arten verbreiten, die ein integraler Teil der Lebensgrundlagen Afrikas sind.

Joseph Shoko, der das Ministerium für Wasser, Klima und Umwelt Simbabwes als Direktor für die Tierweltvertritt, unterstrich, dass es heute ein großes Missverständnis über die Tierwelt gibt. Dies führt zur Unwissenheit darüber, worum es bei der Natur wirklich geht. Wenn Kinder Aspekten der Natur entfremdet werden, werden sie keine neue Verbindung aufbauen und können die Beziehung der Natur zur Menschheit und ihre Bedeutung für diese nicht verstehen, um angemessene Maßnahmen für die Arterhaltung weltweit zu treffen. Simbabwe hat einen neuen Lehrplan eingeführt, in dem klar steht, dass Wildtiere ein Erbe sind und dass wir deshalb Kinder nicht von der Fähigkeit entfremden dürfen, ihre eigenen Wildtiere zu bewirtschaften. Wenn sie erwachsen werden, werden sie verstehen, dass Wildtiere ein integraler Bestandteil ihres täglichen Lebens sind und dass ist in den sich entwickelnden Ländern wichtig. „Laut des Panels für die Erziehung zur nachhaltigen Entwicklung 1999: ‚Unsere Vision ist eine Welt, in der es viele Gelegenheiten gibt, etwas über nachhaltige Entwicklung zu lernen. Eine Welt, in der eine befähigte Bevölkerung fundierte Entscheidungen in ihrem Zuhause, ihrer Gemeinde und im Arbeitsleben sowie bei ihren Freizeitaktivitäten trifft. Eine Welt, in der Menschen die Auswirkungen verstehen, die sie auf die Lebensqualität anderer Menschen vor Ort und weltweit haben und Verantwortung dafür übernehmen.‘ Unter Bezugnahme auf eines unserer Dokumente aus dem Jahr 1992 fördern Länder die Nachhaltigkeit durch eine Vielfalt von Methoden, darunter Erziehung. Dieses besagt, dass eine neue Ethik, die außer Menschen auch Pflanzen und Tiere umfasst, nötig ist.“

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