Im Einklang mit unserem Wild – urbane und ländliche Wahrnehmungen

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Die 64. Generalversammlung des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) öffnete am 27. April ihre Türen in Montreux, Schweiz.

Das Motto war „Im Einklang mit unserem Wild – urbane und ländliche Wahrnehmungen“. Dieser Slogan wurde gewählt, da sich in den letzten Jahren aufgrund der Zunahme leicht zugänglicher Medienberichte und der sozialen Verflechtung, Wahrnehmungen über die Jagd und  Jäger in allen Regionen der Welt zunehmend widersprechen. Diese sehr gegensätzlichen Ansichten schaffen eine Trennung zwischen den Menschen, die durch die ständige Präsenz der Medien in unserem Leben, bei der sowohl richtige als auch falsche Informationen in wenigen Tagen Hunderttausende Menschen erreichen können, vertieft werden. Beim überaus emotionalen Thema Jagd hat sich diese Entwicklung trotz der vielen Erfolge bereits als Hindernis für die Verwendung des Internets als Instrument zur Erhaltung der Jagd erwiesen, und könnte auch in Zukunft abträglich sein, wenn wir uns nicht wehren. Wir kämpfen gegen Jagdgegner, Tierrechtler und jene, die ihren Gefühlen und falsch dargestellten Informationen anstatt wissenschaftlichen Beweisen folgen.

 

Georg Aman, Präsident des CIC, hieß die Teilnehmer willkommen und erinnerte an die Erfolge des CIC seit der letzten Generalversammlung, die letztes Jahr in Brüssel, Belgien, stattfand. Der Präsident unterstrich, dass trotz all der sehr positiven Arbeit, die durch Jäger weltweit im Namen des Naturschutzes geleistet wird, die Jagdgemeinschaft sich weiterhin außergewöhnlich starken Angriffen ausgesetzt sieht und dass Einheit und Handeln nötig sind, um die vom CIC gesteckten ehrgeizigen Ziele zu erreichen.

„Sie werden sehen, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte der Generalversammlungen des CIC an kontroversen Diskussionen mit einigen unserer Kritiker und Gegner teilnehmen werden, die in den kommenden Tagen bei uns sein werden. Ich ermutige Sie, die Gelegenheit zu nutzen, konstruktive Gespräche mit diesen Gästen zu führen.“

Emmanuel La Roche, Leiter der schweizer CIC Delegation, hob in seiner Begrüßung hervor, dass die Schweiz ein kleines, dicht besiedeltes Land ist, in dem unvermeidlich Konflikte zwischen der Natur und den Menschen auftreten werden. „Wir sind überzeugt, dass diese Veranstaltung eine reiche Grundlage für Diskussionen bieten wird. Darüber hinaus werden wir unsere Gäste mit interessanten Ausflügen überraschen, bei denen sie Montreux mit all seinen Sehenswürdigkeiten, seinem einzigartigen kulturellen Charakter und natürlich seinen kulinarischen Genüssen kennenlernen werden.“

Der diesjährige Hauptredner war Marco Lambertini, der Generaldirektor des WWF International, der hervorhob, dass trotz der Unterschiede ein Dialog mit der Jagdgemeinschaft absolut unerlässlich ist und dass es überaus wichtig ist, gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen. Lambertini betonte, dass wir zu einem ganz besonderen Zeitpunkt der Geschichte des Planeten und der Zivilisation leben, an dem eine Art, die Menschen, Systeme verändert, die über Äonen entstanden sind und das Leben unterstützen. Wir erleben, was er die „zwei Seiten der ökologischen Krise“ nannte: Klimawandel und Verlust der Natur. Diese zwei Seiten sind miteinander verbunden, obwohl letzteres kaum besprochen wird. Wir fügen dem Planeten weiterhin großen Schaden zu und wir haben nicht gelernt, wie wir unsere Wirtschaft erweitern können, ohne der Natur zu schaden. Wenn wir weiterhin so produzieren, konsumieren und unsere Leben mit Strom versorgen, wie wir es momentan tun, könnten die Natur, die Wildtiere, Wälder und Ozeane überfordert und unwiderruflich geschädigt werden. In den letzten Jahren haben wir eine exponentielle Beschleunigung der nicht nachhaltigen und verschwenderischen Nutzung natürlicher Ressourcen gesehen.

Marco Lambertini, WWF International

Es gibt zudem viele andere Bedrohungen für den Planeten: Übernutzung von Tierarten und Habitatverlust sind weiterhin große Probleme, in erster Linie aufgrund der Ausweitung menschlicher Siedlungen und Aktivitäten.

Lambertini wies darauf hin, dass die legale Jagd für Natur und Wildtiere vorteilhaft ist. „Das Jagen ist eine Sache, aber ein Teil davon ist die Jagd für den Lebensunterhalt. Sie ist ein fundamentales Recht so vieler Gemeinden in Lateinamerika, Südostasien, Afrika. Aber der Zuwachs der nicht nachhaltigen Jagd mit überaus fortschrittlichen Hilfsmitteln hat eine Auswirkung selbst dort, wo diese einheimischen Gemeinschaften leben. Der Zusammenbruch der Wildtiere im Wald hat eine Auswirkung auf die Gemeinden.“

Wilderei und illegaler Handel mit Wildtieren sind Faktoren, die eine riesige Wirkung auf die Wildtiere haben. Eine gut verwaltete und regulierte nachhaltige Jagd trägt zur Kontrolle der Wilderei bei und ist manchmal die einzige praktikable wirtschaftliche Möglichkeit zur Nutzung des Landes, die ländlichen Familien und Gemeinschaften ein Einkommen bietet. Er sagte, dass der WWF die weiteren Bemühungen des CIC und der Jagdgemeinschaft im Kampf gegen die Wilderei begrüßt. „Wildtierkriminalität ist die Tragödie der menschlichen Seite. Sie helfen weder Wildtieren noch Menschen… aber sie ist doch weiterhin präsent. Ich danke der Koalition der Jäger für das Bekämpfen der Wilderei.“

Im Namen des WWF lud der Generaldirektor die Jäger und Umweltschützer ein, das Monitoring und die Evaluierung der nachhaltigen Nutzung der Wildtiere durchzuführen, und die Vorteile mit Fakten und Zahlen zu zeigen, um Kritik zu vermeiden. Der WWF ist sich der Wirkungen der konsumtiven Nutzung der Wildtiere bewusst und ermutigt den CIC, wissenschaftliche Tatsachen zu präsentieren, damit diese die Auswirkungen ebenfalls unterstreichen können.

„Die Herausforderung besteht darin, im Einklang mit der Natur zu leben. Dies ist eine Herausforderung nicht nur für die Wildtiere, sondern auch für uns Menschen. Zusammen ist es möglich, dies ist die Kampagne des WWF. Die Zusammenarbeit um Lösungen zu finden ist der Grund, weshalb ich heute hier bin. Wir alle kümmern uns auf unterschiedliche Weisen um die Natur und wir müssen dies gemeinsam tun“, schloss Marco Lambertini.

 

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