Die Erfolgreichen werden an den Rand gedrückt!

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Das Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (CMS) der UN hat letzte Woche seine Vertragsstaatenkonferenz (COP) in Manila, Philippinen, abgehalten. Die für die Jagd relevanten Themen, wie Blei in der Munition, das illegale Töten von Vögeln und eine Reihe von Vorschlägen zur Aufnahme von Arten, waren von unmittelbarem Interesse für die Jagdgemeinschaft. Die Konferenz des CMS ist von wachsender Bedeutung, aber Fragen über deren Zuständigkeit müssen geklärt werden. Es ist der Jagdgemeinschaft sehr zu empfehlen, diesbezügliche Entwicklungen zu beobachten.

Der Hammer des Vorsitzenden der CMS COP schlug am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Manila, Philippinen, zum letzten Mal auf den Tisch. Über 1.000 Delegierte aus 129 Ländern haben acht Tage lang Gespräche geführt und verhandelt und entsprechende Rückschläge und Erfolge erzielt. Die Gemeinschaft der nachhaltigen Nutzung wurde neben dem CIC als zwischenstaatlicher Beobachterorganisation des Übereinkommens durch Mitarbeiter internationaler und nationaler Nichtregierungsorganisationen vertreten; dazu gehörte der Internationale Verband der Beizjagd und des Greifvogelschutzes (IAF), Organisationen aus den Vereinigten Staaten (Safari Club International, Safari Club Foundation, die US Association of Fish and Wildlife Services), aus Europa der Britische Verband für Jagd und Naturschutz (BASC), der Schwedische Jägerverband und der Zusammenschluss der Verbände für Jagd und Wildtiererhaltung in der EU (FACE). Außerdem waren auch Kollegen der Vereinigung der europäischen Hersteller von Sportmunition (AFEMS) und des in den USA ansässigen Instituts für Sportwaffen- und Munitionshersteller (SAAMI) anwesend, die die Debatten verfolgten, mit den Teilnehmern sprachen und ihre Interessen bezüglich der Probleme der Wildtiervergiftung aufgrund von Bleimunition vertraten.

Der CIC hatte die Ehre, zu Beginn der COP zusammen mit Ministern, Führungskräften internationaler Übereinkommen und Organisationen und prominenten Persönlichkeiten, die als Sonderbotschafter der UN dienen, zur Teilnahme an einer Gesprächsrunde auf hoher Ebene eingeladen zu werden. Die Diskussion bezog sich auf die Frage, wie das CMS und dessen Arbeit zum Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) beitragen können.

Am 25. September 2015 haben die Länder eine Reihe neuer Ziele verabschiedet, um als Teil einer neuen Agenda der nachhaltigen Entwicklung die Armut zu beenden, den Planeten zu schützen und Wohlergehen für alle zu gewährleisten. Jedes Ziel gibt konkrete Ergebnisse vor, die in den nächsten 15 Jahren erreicht werden sollen.

Damit die Ziele erreicht werden, muss jeder seinen Beitrag leisten: Regierungen, der Privatsektor, die Zivilbevölkerung wie auch wir im CIC. In diesem Zusammenhang ist es empfehlenswert, dass der CIC sowohl die Verbindung zwischen den nachhaltigen Entwicklungszielen und den Aktivitäten seiner Mitglieder als auch seiner eigenen als Dachorganisation fördert. Hierfür könnte die „SDG-Torte” des Stockholm Resilience Institute als Hilfsmittel dienen.

Für die Jagdgemeinschaft waren die folgenden Themen von Interesse:

a, illegales Töten, Fangen und Handeln mit Zugvögeln

Das ersteTreffen der zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe „Illegales Töten, Fangen und Handeln mit Zugvögeln im Mittelmeerraum (MIKT)” fand 2016 statt. Das illegale Töten, Fangen und Handeln mit Zugvögeln ist als globales Problem anerkannt, aber die Arbeit konzentriert sich auf den Mittelmeerraum als Gebiet, in dem diese Aktivität besonders akut ist und einen proaktiven Ansatz nötig macht, um Lösungen zu finden, die dies verhindern oder minimieren können. Die Jagdgemeinschaft wird als anerkannt wichtiger Interesseneigner aktiv an der Arbeit der Arbeitsgruppe teilnehmen müssen, um ihre wichtige Rolle im Kampf gegen das illegale Töten, Fangen von und Handeln mit Zugvogelarten zu beweisen.

b, Verhindern von Vogelvergiftung in Bezug auf Blei in der Jagdmunition

Die EU hat vorgeschlagen, die bereits bestehende Arbeitsgruppe zu Vergiftungen mit einer Untergruppe zu verstärken, die sich besonders dem Thema der Bleivergiftung widmet. Die Parteien des Übereinkommens haben nach Gesprächen in den Arbeitsgruppen zugestimmt, die Schaffung einer Arbeitsgruppe Blei zu unterstützen, die eine Untergruppe der bestehenden CMS-Arbeitsgruppe zur Verhinderung von Vergiftungen sein wird und das Ziel hat, Wissen und Informationen weiterzugeben, zur Bildung beizutragen und das öffentliche Bewusstsein zu erhöhen, um somit die Vergiftung von Zugvögeln durch vom Menschen geschaffene Bleiquellen in der Umwelt zu verhindern. Dabei soll Blei in Munition und Angelgewichten priorisiert werden. Die Jagdgemeinschaft muss eine Lösung finden, um den Entwicklungen in dieser Arbeitsgruppe Blei durch eine angemessene Repräsentation in derselben zu folgen.

c, CMS-Vorschlag zur Aufnahme von Löwe (Panthera leo), Leopard (Panther pardus) und Giraffe (Giraffa camelopardalis) in Anhang II

Das Verfahren für den Umgang mit diesen drei Arten war dasselbe. Die Vorschläge wurden durch bestimmte Länder Afrikas oder des Nahen Ostens eingereicht (Löwe: Togo, Tschad, Niger; Leopard: Iran, Ghana, Kenia, Saudi-Arabien; Giraffe: Angola) und dann hauptsächlich durch andere afrikanischen Staaten, darunter Senegal, Gambia, Liberia, Burkina Faso, Kapverden, sowie Tierrechts-NGOs unterstützt. Es ist interessant anzumerken, dass die EU alle Aufnahmevorschläge der CMS COP 12 im Prinzip unterstützt und dies verhältnismäßig früh im Laufe der Diskussionen und Verhandlungen bekanntgegeben hat.

Im Fall von Löwe, Leopard und Giraffe haben sich stets dieselben vier Länder gegen den Vorschlag gestellt: Simbabwe, Südafrika, Tansania und Uganda. Es ist interessant anzumerken, dass diese vier Länder diejenigen sind, in denen die Populationen der fraglichen Arten wachsen können oder dies sogar tun. Jedes Mal verkündeten die vier gegenüber den den Vorschlag ablehnenden Ländern, was auch der CIC in seinen Aussagen beklagt: dass Löwe, Leopard und Giraffe keine wandernden Arten gemäß der Definition sind und dass die Populationen dieser Arten in ihren Ländern einen günstigen Erhaltungsstatus haben. Deswegen waren die Aufnahmevorschläge für deren Länder nicht zutreffend. Aber diese Opposition wurde von der COP als Versuch interpretiert, die Aufnahmevorschläge zu blockieren, obwohl beispielsweise Südafrika klar anbot, den Vorschlag nicht zu blockieren, sondern die Kooperation zwischen den Arealstaaten zu fördern, aber im Gegenzug darum bat, ihre Populationen von der Listenaufnahme auszunehmen. Schließlich beschloss die COP zum ersten Mal in der Geschichte der „freundlichen CMS-Familie”, eine Wahl abzuhalten, anstatt Konsens aufzubauen. Bei der Wahl wurden die gegen die Vorschläge stimmenden Länder stark überstimmt, wobei einige wenige Länder sich der Stimme enthielten. Bradnee Chambers, Geschäftsführer des CMS, sagte mutatis mutandis bei der Abschlusszeremonie: „Etwas Demokratie ist gut für die Konferenz.” Für die Jagd haben die Aufnahmen in die Liste keine direkten Konsequenzen, aber gibt es einen Hintergedanken?

Es ist zu hoffen, dass die gut finanzierten Maßnahmeprogramme zur Erhaltung der drei bedeutenden Arten, die nun hoffentlich auf die CMS-Aufnahme in die Liste folgen werden, nicht jene Länder ausschließen werden, die sich gegen die Aufnahme in die Liste für ihre Länder ausgesprochen hatten. Es wäre nur logisch, die aus den erfolgreichen Erhaltungsmodellen in südafrikanischen Ländern erlernten Lektionen auch auf andere Arealstaaten anzuwenden, die bei ihren Erhaltungsbemühungen weniger erfolgreich waren.

Wenn die erfolgreichen Nationen Tansania, Südafrika, Uganda und Simbabwe die COP mit dem Gefühl verlassen, an den Rand gedrückt worden zu sein, wird dies der Erhaltung der Wildtiere nicht zu Gute kommen und weitere Teilungen innerhalb der afrikanischen Länder schaffen.

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