Der Zusammenhang zwischen dem Verbot von Wildbret und dem Verlust der Biodiversität

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Es ist viel über die Auswirkungen eines Wildtierhandelsverbots aus sozioökonomischer Sicht gesprochen worden. Was bei diesen Diskussionen jedoch oft übersehen wird, sind die möglichen Auswirkungen auf Wildtierarten und Lebensräume.

Diese neue Studie mit dem Titel Investigating the risks of removing wild meat from global food systems (Untersuchung der Risiken der Entnahme von Wildbret aus dem globalen Nahrungsmittelsystem) hat dazu beigetragen, das Ausmaß des Risikos aus Sicht der Biodiversität zu verdeutlichen. In der Studie modellieren die Autoren die potenziellen Auswirkungen, die auftreten würden, wenn Wildbret aus den weltweiten Nahrungsmittelsystemen entfernt würde.

Es überrascht nicht, dass sie darauf hinweisen, dass der Verlust von Wildbret in einer Reihe von Ländern zu Ernährungsunsicherheit führen würde, wobei die Entwicklungsländer besonders gefährdet sind. Dies deckt sich mit den Gedanken vieler prominenter Stimmen zu diesem Thema, insbesondere der Collaborative Partnership on Sustainable Wildlife Management (CPW) und ihrer jüngsten gemeinsamen Erklärung zu den Herausforderungen des Wildtiermanagements im Zusammenhang mit COVID-19 – eine Kampagne, die der CIC als CPW-Mitglied mit ins Leben rief. Insbesondere der erste Grundsatz, der in der gemeinsamen Erklärung formuliert wurde, betont die Bedeutung von Wildtieren und Wildbret für viele indigene Völker und lokale Gemeinschaften (IPLCs).

Was dieses neue Papier darüber hinaus erreicht hat, ist die Aufmerksamkeit der Menschen auf die potenziell katastrophalen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu lenken, die sich aus jeglichen Einschränkungen des Wildbretkonsums und der Jagd ergeben würden.

Da viele Länder und Menschen auf Wildbret als Proteinquelle angewiesen sind, würde eine Einschränkung der Jagd und des Verzehrs von Wildbret eine erhebliche Lücke im Nahrungsmittelsystem schaffen, die letztendlich ersetzt werden müsste.

Wie der Artikel betont, würde die Suche nach Alternativen, um Wildbretprotein durch andere Quellen zu ersetzen, eine erhebliche Umwandlung von natürlichen Lebensräumen für die landwirtschaftliche Nutzung erfordern.

Es wird geschätzt, dass 123.980 km2 neue landwirtschaftliche Nutzfläche benötigt werden, um den Verlust von Wildbret durch Alternativen aus der heimischen Vieh- und Geflügelhaltung auszugleichen. Das entspricht in etwa der gesamten Landfläche von Nicaragua oder Griechenland.

Diese enorme Verschiebung der Landnutzung und die damit verbundene Zerstörung natürlicher oder naturnaher Lebensräume und Wildnisgebiete hätte enorme Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Es wird vermutet, dass bis zu 267 verschiedene Arten durch diese Landnutzungsänderung weltweit vom Aussterben bedroht sein könnten.

Obwohl diese Statistik schockierend erscheinen mag, ist sie angesichts der vorliegenden Umstände nicht überraschend. Der WWF gibt an, dass der Verlust von Lebensräumen die Hauptbedrohung für 85% aller Arten auf der Roten Liste der IUCN ist. Vor diesem Hintergrund erscheint die oben erwähnte Zerstörung von Lebensräumen und die daraus resultierende Bedrohung des Aussterbens nicht so unrealistisch.

Dies führt auch zu einem größeren Thema, das für die Wildtierbewirtschaftung relevant ist, nämlich die Notwendigkeit, Probleme aus einer breiten Biodiversitätsperspektive zu betrachten. Allzu oft erkennen wir nicht, dass es unsere Aktivitäten als Menschen die Ursache für viele der Probleme auf der Erde sind, mit denen wir derzeit konfrontiert werden.

Tatsächlich sind viele Probleme, die im Bereich der Wildtierbewirtschaftung auftreten, auf anthropogene Aktivitäten wie Lebensraumverlust, Zerstörung und Fragmentierung zurückzuführen. Indem wir die Ursprünge und Ursachen dieser Probleme verstehen, können wir beginnen, sie effektiver anzugehen. Gleichzeitig kann es ebenso problematisch sein, rückschrittliche Maßnahmen einzuführen, ohne deren weitreichende Auswirkungen und Folgewirkungen zu verstehen.

Wir haben viele Fälle gesehen, in denen das Rampenlicht auf periphere Themen wie den Handel mit Wildtieren oder die nachhaltige Jagd gelegt wurde, obwohl der Fokus auf den umfassenderen Fragen des Ökosystems liegen sollte, um die Biodiversität und das menschliche Wohlbefinden zu erhalten oder zu verbessern.

Der CIC möchte den Autoren dieses Papiers dazu gratulieren, dass sie die Aufmerksamkeit auf die umfassenderen Probleme im Zusammenhang mit der Jagd und dem Verzehr von Wildbret gelenkt haben, und möchte andere dazu ermutigen, bei der Betrachtung von Wildtierbewirtschaftungsfragen einen ähnlichen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen.

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